Verstehen
Woher deine Muster kommen
Was ist Bindungsangst und ist sie veränderbar?
Bindungsangst zeigt sich oft als Rückzug, sobald eine Beziehung ernst wird, oder als das Gefühl, eingeengt zu sein, obwohl man sich eigentlich Nähe wünscht. Sie entsteht meist früh, lange vor der ersten Beziehung - und ist deshalb kein festes Label, sondern ein erlerntes Muster. Bindungsstile sind veränderbar, wenn man versteht, woher sie kommen, und Schritt für Schritt neues Vertrauen in Nähe aufbaut.
→ Workbook: Vom ängstlichen zum sicheren Bindungsstil
Welche Bindungstypen gibt es?
Man unterscheidet vier Bindungstypen: sicher, ängstlich, vermeidend und desorganisiert. Sicher gebunden heißt: Du kannst Nähe zulassen und trotzdem du selbst bleiben - das eine nimmt dem anderen nichts. Ängstlich gebunden bedeutet, dass Nähe sehr wichtig ist, die Angst vor Verlust aber ständig mitläuft. Vermeidend heißt, dass Unabhängigkeit sicherer wirkt als Nähe - Rückzug fühlt sich dann wie Schutz an. Beim desorganisierten Typ wechseln sich beide Bewegungen ab: der starke Wunsch nach Nähe und der Impuls, sich genau davor zu schützen. Geprägt wird das meist früh in der Kindheit, und ein Bindungstyp ist keine Diagnose und kein Label, das dich festlegt, sondern ein Ausgangspunkt, um deine eigenen Muster besser zu verstehen.
→ Workbook: Welcher Bindungstyp prägt dich?
Was hat mein Selbstwert mit den Partnern zu tun, die ich anziehe?
Mehr, als viele denken: Dein Selbstwert beeinflusst oft unbewusst, wen du anziehst, wen du wählst und was du dir in einer Beziehung gefallen lässt. Ein geringer Selbstwert lässt Grenzüberschreitungen leichter durchgehen oder Unsicherheit als Liebe interpretieren. An diesem Zusammenhang zu arbeiten, verändert oft nicht nur die Partnerwahl, sondern auch, wie du dich selbst in einer Beziehung behandelst.
→ Coaching entdecken
Warum ziehe ich immer wieder die Falschen an?
Das hat selten etwas mit Pech zu tun, sondern fast immer mit einem Muster, das sich wiederholt: einer Mischung aus deinem Bindungstyp, deinem Selbstwert und dem, was du früh als „normal“ für Nähe gelernt hast. Das ist kein Charakterfehler und keine Schuld - solche Muster trägt jeder Mensch in sich, bei manchen sind sie nur deutlicher zu sehen. Und weil sie unbewusst wirken, fühlt sich die Anziehung trotzdem echt an. Erkennen und verändern lassen sie sich aber. Genau da setzt Coaching an: nicht bei der Suche nach den „richtigen“ Menschen, sondern bei dem, was du unbewusst anziehst.
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